Vespa Primavera und Sprint S 2026 mit neuen Felgen und digitalem LCD-Cockpit

Vespa Primavera und Sprint S 2026: Das änderte sich technisch

Vespa hat Primavera und Sprint S für die Saison 2026 technisch und gestalterisch überarbeitet. Es handelt sich nicht um eine vollständig neue Modellgeneration, sondern um eine Modellpflege mit Änderungen an Bremsanlage, Bedienung, Instrumentierung und Rädern.

Das umfangreichere Technikpaket erhalten die 125er: Primavera 125 und Sprint S 125 besitzen nun auch hinten eine Scheibenbremse und werden serienmäßig per Keyless-System bedient. Die regulären 50er behalten dagegen ihre hintere Trommelbremse und kommen ohne ABS aus.

Dieser Überblick konzentriert sich auf die in Deutschland angebotenen Verbrennermodelle mit 50 und 125 Kubikzentimetern. Sonderausführungen wie die Primavera Tech können bei der Ausstattung abweichen.

Die Neuerungen im Überblick

Zu den wichtigsten Änderungen der Modellpflege gehören:

  • eine hintere Scheibenbremse bei den 125er-Modellen,
  • serienmäßiges Keyless bei Primavera 125 und Sprint S 125,
  • ein neues volldigitales LCD-Cockpit,
  • neu gestaltete 12-Zoll-Felgen mit fünf geteilten Speichen.

Hinzu kommen ein wieder eingeführter Taschenhaken unter dem Lenker, ein Sitzbezug aus rutschfesterem Material und eine schlanker gestaltete „Krawatte“ in der Mitte des Beinschilds. Die Sprint S erhält außerdem ein seitliches Gitter mit fünf Öffnungen.

Die wichtigste Änderung: Scheibenbremse am Hinterrad

Bei Primavera 125 und Sprint S 125 ersetzt Vespa die bisherige mechanische 140-Millimeter-Trommelbremse am Hinterrad durch eine hydraulisch betätigte Scheibenbremse. Die neue Edelstahlscheibe hat einen Durchmesser von 220 Millimetern. Laut offizieller Modellvorstellung arbeitet sie mit einem Zweikolben-Bremssattel.

Vorne bleibt die hydraulisch betätigte 200-Millimeter-Scheibenbremse erhalten. Damit verfügen die Small-Body-Verbrennermodelle mit 125 Kubikzentimetern erstmals über Scheibenbremsen an beiden Rädern.

Vespa beschreibt die neue Anlage als kräftiger und sicherer. Unabhängig davon bleibt für die Praxis entscheidend, dass sich an der ABS-Auslegung nichts Grundsätzliches geändert hat.

Das ABS regelt weiterhin nur das Vorderrad

Zwei Scheibenbremsen bedeuten nicht, dass beide Räder ABS-geregelt sind. Die technischen Daten von Primavera 125 und Sprint S 125 nennen weiterhin ein Einkanal-ABS am Vorderrad.

Die hintere Scheibenbremse besitzt somit keine eigene ABS-Regelung. Das Hinterrad kann bei zu starkem Bremsdruck weiterhin blockieren, besonders auf nasser, verschmutzter oder loser Fahrbahn.

Was gilt für Primavera 50 und Sprint S 50?

Die regulären 50-Kubik-Versionen übernehmen die hintere Scheibenbremse der 125er nicht. Die offiziellen technischen Daten für 2026 nennen:

  • eine hydraulische 200-Millimeter-Scheibenbremse vorne,
  • eine mechanische 140-Millimeter-Trommelbremse hinten,
  • kein ABS.

Wer die neue Doppelscheiben-Bremsanlage möchte, muss daher zur 125er greifen. Eine Entscheidungshilfe bietet unser Ratgeber Vespa 50 oder 125: Welche Motorisierung passt zu mir?.

Keyless wird bei den regulären 125ern serienmäßig

Primavera 125 und Sprint S 125 lassen sich 2026 starten, ohne dass ein mechanischer Schlüssel in ein Zündschloss gesteckt werden muss. Befindet sich der elektronische Schlüssel in Reichweite, wird der Roller über den Drehschalter und den Starterknopf aktiviert.

Zum Funktionsumfang des elektronischen Schlüssels gehören laut Vespa:

  • die Freigabe des Fahrzeugs zum Starten,
  • die Fernentriegelung des Staufachs unter der Sitzbank,
  • der Bike Finder, der zum Auffinden des Rollers die Blinker einschaltet.

Für die regulären Primavera 50 und Sprint S 50 weist Vespa kein serienmäßiges Keyless aus. Eine wichtige Ausnahme ist die Primavera Tech 50: Ihre aktuelle offizielle Modellseite nennt ebenfalls Smart Key, Bike Finder und Remote Seat Opening. Die Ausstattung sollte deshalb immer anhand der vollständigen Modellbezeichnung geprüft werden.

Neues volldigitales LCD-Cockpit

Die regulären Modelle erhalten für 2026 ein volldigitales LCD-Cockpit anstelle der bisherigen Kombination aus analogem Geschwindigkeitsmesser und LCD-Anzeige. Die aktuellen Modellseiten beschreiben ein fünf Zoll großes Display; bei der Primavera wird es ausdrücklich als Vollfarb-LCD bezeichnet.

Das Cockpit zeigt die Fahr- und Betriebsdaten digital an. Bei der Sprint S 50 nennt Vespa unter anderem Momentanverbrauch, Durchschnittsverbrauch, Höchstgeschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit.

Smartphone-Anbindung über Vespa MIA

Die regulären 2026er-Modelle sind für Vespa MIA vorbereitet, das als Zubehör angeboten wird. Damit lassen sich je nach Modell und Smartphone unter anderem folgende Funktionen nutzen:

  • Anruf-, Musik- und Benachrichtigungsfunktionen,
  • Bedienung ausgewählter Funktionen über die Lenkerarmaturen,
  • Navigation mit Richtungspiktogrammen.

Die Primavera Tech 125 behält ihr fünf Zoll großes TFT-Farbdisplay. Bei dieser Ausführung gehören Vespa MIA und die damit verbundene Smartphone-Anbindung zur Serienausstattung.

Motor und Antrieb: bekannte i-get-Grundkonstruktion

Die technischen Daten weisen weiterhin luftgekühlte i-get-Einzylinder mit vier Takten, drei Ventilen und elektronischer Einspritzung aus. Auch die stufenlose CVT-Automatik und die automatische Fliehkraft-Trockenkupplung bleiben Bestandteil des Antriebs.

Primavera 125 und Sprint S 125 leisten 8,1 kW beziehungsweise 11 PS und erreichen ein maximales Drehmoment von 10,7 Nm. Der angegebene Verbrauch beträgt 40 Kilometer pro Liter, rechnerisch 2,5 Liter auf 100 Kilometer. Die 125er erfüllen Euro 5+.

Die Nennwerte für Leistung, Drehmoment und Verbrauch entsprechen den offiziellen Daten des Vorgängers. Geändert hat sich in den Datenblättern die Drehzahl der maximalen Leistung: Für 2026 nennt Vespa 8.000 Umdrehungen pro Minute statt zuvor 7.750 Umdrehungen pro Minute.

Bei Primavera 50 und Sprint S 50 bleibt es beim 49-Kubik-i-get-Motor mit 2,3 kW beziehungsweise 3,1 PS und 3,1 Nm. Der Normverbrauch wird mit 38,5 Kilometern pro Liter angegeben; die Abgasnorm ist Euro 5.

Weitere technische Hintergründe erklären die Beiträge Was bedeutet i-get bei Vespa? und So funktioniert die Variomatik einer Vespa wirklich.

Neue Felgen und überarbeitete Details

Primavera und Sprint S rollen weiterhin auf 12-Zoll-Rädern. Neu ist das Felgendesign mit fünf geteilten Speichen. Bei den regulären Verbrennermodellen bleiben die Reifendimensionen bei 110/70-12 vorne und 120/70-12 hinten.

Auch die selbsttragende Stahlblechkarosserie mit geschweißten Verstärkungen und die charakteristische einseitige Vorderradaufhängung bleiben erhalten. Eine grundlegende neue Fahrwerkskonstruktion geht aus den technischen Unterlagen nicht hervor.

Im Alltag nützlich ist die Rückkehr des Taschenhakens unter dem Lenker. Vespa nennt außerdem einen neuen Sitzbezug aus rutschfestem Material. Die Sprint S ist am neuen Gitter mit fünf Öffnungen auf der linken Seitenverkleidung zu erkennen; bei der Primavera wurde die Zierkante auf dem vorderen Kotflügel überarbeitet.

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen beiden Baureihen erläutert unser Vergleich Vespa Primavera oder Sprint: Was ist der Unterschied?.

Vergleich: Was ist 2026 tatsächlich neu?

Bereich Vorgänger Modelljahr 2026
Hinterradbremse 125 140-mm-Trommelbremse Hydraulische 220-mm-Scheibenbremse
ABS 125 Einkanal-ABS Weiterhin Einkanal-ABS am Vorderrad
Hinterradbremse 50 140-mm-Trommelbremse Unverändert 140-mm-Trommelbremse
ABS 50 Nicht vorhanden Nicht vorhanden
Keyless Vor allem bei Tech-Ausführungen Serienmäßig bei den regulären 125ern; Primavera Tech 50 ebenfalls mit Keyless
Cockpit Analog-LCD-Kombination bei regulären Modellen Volldigitales 5-Zoll-LCD
Felgen Bisheriges 12-Zoll-Design Neues Design mit fünf geteilten Speichen
Motorleistung 125 8,1 kW bei 7.750 U/min 8,1 kW bei 8.000 U/min

Für wen lohnt sich das 2026er-Modell?

Die größten technischen Änderungen erhalten Käuferinnen und Käufer einer Primavera 125 oder Sprint S 125. Die hintere Scheibenbremse erweitert die Bremsanlage, während Keyless und das digitale Cockpit den Bedienkomfort erhöhen. Zu beachten bleibt das nur am Vorderrad arbeitende ABS.

Bei den regulären 50ern liegt der Unterschied zum Vorgänger vor allem beim digitalen Cockpit, dem Felgendesign und den überarbeiteten Alltagsdetails. Bremsanlage und Antriebsdaten bleiben dagegen weitgehend beim bekannten Stand.

Beim Kauf eines Lager- oder Gebrauchtfahrzeugs sollte die genaue Modellversion anhand der Fahrzeugunterlagen geprüft werden. Sichtbare Hinweise auf die 2026er-125er sind das digitale Cockpit und die Bremsscheibe am Hinterrad.

Fazit

Vespa entwickelt Primavera und Sprint S für 2026 gezielt weiter. Die regulären 125er erhalten eine hydraulische 220-Millimeter-Scheibenbremse hinten, serienmäßiges Keyless und ein volldigitales Fünf-Zoll-LCD. Das ABS bleibt jedoch auf das Vorderrad beschränkt.

Bei den regulären 50ern bleiben Trommelbremse hinten, fehlendes ABS und der 49-Kubik-i-get-Antrieb erhalten. Ihr Update konzentriert sich auf Cockpit, Felgen und praktische Details. Sondermodelle wie die Primavera Tech 50 können zusätzlich Keyless und weitere Konnektivitätsfunktionen besitzen.

Foto: Karan Mridha / Pexels

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